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Hintergrund

Chronik der Mühle im Grund

Im Jahre 1358 wurde die Mühle und wahrscheinlich „sigelspach“ erstmals urkundlich erwähnt.

1393 teilte Engelhard von Hirschhorn sein Erbe unter seinen drei Söhnen auf, wobei Hans von Hirschhorn das Dorf Sigelspach mit der „Mulin zu Schneppenhart“ bekam.

So erschien zum ersten Mal ihr noch heute offizieller gültiger Name – Schnepfenhardter Mühle. Die Siegelsbacher nannten Sie aber „die Grundmühle“ in Anlehnung an die oberen Mühlen.

Sie waren Herrschaftsmühlen und die Müller waren Bestandsmüller beziehungsweise Pächter, die im Jahr 10 Malter sowie 4 Kappaunen und 1 Fasnachtshuhn zu Martini abführen mussten. Die Mühle war eine Bannmühle, was bedeutete, dass die Siegelsbacher Ihr Getreide dort mahlen lassen mussten. Zu der damaligen Zeit wurde das Korn und Mehl mit Eseln transportiert, deshalb der Name Eselsweg im Mühlwald.

1544 verkaufte Hans von Hirschhorn die Mühle wieder an die Gemeinde.

1634 war der Schwedeneinfall, der viele Dörfer entvölkerte und niederbrannte.

1788 war Joh. Christoph Gooß Müller im Grund. Er errichtete 1814-1819 neue Stallgebäude mit angebautem Wohngebäude.

1842 verkaufte Christian Gooß die Mühle an Christoph Wagenbach.

1859 ließ Wagenbach das baufällige Mühlengebäude wieder neu aufbauen.1858 heiratete seine Tochter den Müller Karl Friedrich Sommer. Dessen tatkräftige Unterstützung ist heute noch sichtbar in einem Türsturz eingemeiselt. 1861 kam noch eine Hanfmühle dazu. 1875 wurde die Mühle an Konrad Schuhmann verpachtet. 1880 kam Christoph Seybold als Pächter auf die Mühle, die er 1890 kaufte.

Unsere 1. Generation

1890 heiratete seine Tochter Anna-Luise den Landwirt Christian Ruckwied aus Biberach, sie erbte die Mühle nach dem Tod ihres Vaters. 2. Generation: Christian Ruckwied leitete die Mühle; das Müllerhandwerk hatte er bei seinem Schwiegervater gelernt. Aus dieser Ehe gingen 9 Kinder hervor. Der Sohn Hermann Ruckwied, gelernter Müller heiratete 1935 Frieda Hofmann aus Siegelsbach. 3. Generation.  1949 übernahmen Sie die modernisierte 2,5t Mühle. 1955 verstarb Hermann Ruckwied an einer schweren Krankheit.

1956 heiratete ihre älteste Tochter Hilde Ruckwied Erwin Flach aus Treschklingen.In den 50er Jahren begann das Mühlensterben,aber wie so oft verändert das Schicksal alles über Nacht:

1957 am 4. Juni zerstörte ein verheerender Großbrand die Ära der Getreidemühle im Schnepfengrund.Das Mühlengebäude brannte bis auf die Grudmauern nieder. Aus wirtschaftlichen und personellen Gründen war ein Wiederaufbau ausgeschlossen. Eine neue Existenz musste gefunden werden. So wurde am 4. Sept. 1958 eine Konzession beantragt und genehmigt. Zu Beginn wurde im Gartenhäuschen Getränke an Wanderer verkauft. 

Dies entwickelte sich so gut, dass man zwei Räume in eine kleine Gastwirtschaft mit Außenbereich unterm Lindenbaum einrichtete. Es gab Hausmacher Wurst, Schnitzel und Rührei von eigenen Hühnern, am Wochenende backte Oma Streuselkuchen sowie Apfel-Zwetschgenkuchen vom großen Blech.

1966 übernahmen Hilde und Erwin Flach die Geschicke der Mühle, zu der auch eine kleine Landwirtschaft gehörte. Erwin Flach war Landwirt mit Leib und Seele. 1967 wurde die große Kreisstraße direkt bei unserer Zufahrt gebaut; in diesem Zug wurde der heutige große Parkplatz angelegt.

1966 - 1968 entstand „die Mühlenschenke”; sie wurde auf den abgebrannten Grundmauern errichtet. Es entstanden 90 Plätze im Innenbereich sowie 40 Terrassenplätze mit Toilettenräume und neuer Küche. Pfingsten 1968 war die Eröffnung und auch der langersehnte Telefonanschluß kam dazu. 1974  wurde in eine Wasserversorgung investiert, und 1978 kam der Anschluss ans Stromnetz. Nun konnte sich das Lokal weiterentwickeln.

 

 

2014